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Microblogging für die Zukunft?

Heute stiess ich auf einen NZZ Online-Artikel, in welchem Henning Steier sich verständlicherweise über die Suspendierung des Twitter-Accounts @nzzdigital ärgerte. Sofort dachte ich: Ein weiteres Beispiel dafür, dass wir unsere Kommunikation nicht ohne Hinterfragen der Privatwirtschaft anvertrauen sollten. Journalisten, Politikerinnen und viele weitere sind auf funktionierende Kommunikationsmittel angewiesen, es ist eines der Grundwerkzeuge ihrer Arbeit! Warum werden im Bereich von Social Media andere Massstäbe gesetzt, als bei traditionellen Kanälen? Wenn nun ein Dienst wie Twitter einem Journalisten plötzlich sein Sprachrohr suspendiert, ihn quasi zensiert, dann ist das hochgradig bedenklich und wirft einen langen, dunklen Schatten auf die Zukunft des World Wide Webs. Wir sollten daher auf eine offene, dezentralisierte Protokolle zurückgreifen. Der Dienst Identi.ca nutzt beispielsweise solche Protokolle. Er wird von Status.Net betrieben, einer Firma welche die gleichnamige Open-Source-Software herstellt und vertreibt. Wer möchte, kann sich dort registrieren und mir folgen. Ich wäre froh, bisher habe ich noch keine Follower und folge selber noch wenigen. Logisch, es muss erst eine gewisse Anzahl Leute auf ein offenes Microblogging wechseln, die klassische Social Network-Problematik. Identi.ca und Status.Net gibt es aber schon länger und geniessen einen guten Ruf. Bisher ist es hauptsächlich die Open-Source-Szene, welche  auf der Plattform zusammen findet. Auch Unternehmen nutzen mittlerweile Status.Net als firmeninterne Microblogging-Lösung, wie der Artikel der Seibert Media andeutet.

Ist man mit Identi.ca unzufrieden, wird der Dienst eingestellt oder anderweitig gesperrt, kann man seine Kontakte mitnehmen und woanders sein Microblogging-Basiscamp errichten, ohne dass man die Kontakte verliert. Die Identifikation läuft nämlich nur unter dem Usernamen, sondern auch über die Domain. Ich bin also beispielsweise identi.ca/DerCed und folge gezwitscher5000.com/HansMeier. Möchte man ganz auf Nummer Sicher gehen, installiert man sich Status.Net auf seinem eigenen Server.

Status.Net verfügt auch über eine Twitter-kompatible API, so dass es von vielen alternativen Clients möglich ist, auf solchen System zu “microbloggen”. Am bekanntesten ist vermutlich ping.fm, welches Updates auf Status.Net-Dienst ermöglicht. Wie bei jedem Artikel muss man natürlich auch die iPhone-App erwähnen.

Also los, registrieren und folgen: http://identi.ca/derced