Anathema ~ Crestfallen

Dank Spotify wurde ich gestern auf die Band ANATHEMA aufmerksam. Für mich persönlich eine grosse Entdeckung, komischerweise kreuzten sich unsere Wege nie…? Die britische Prog-Rock-Band, welche ursprünglich harschen Doom Metal spielte, brilliert auf ihrem letzten Album “Falling Deeper” zusammen mit einem Orchester. Die grandiosen Arrangements nehmen mich völlig ein und transportieren mich in eine andere Welt – bin gespannt, wie sie die geniale Scheibe live umsetzen. Am 1. Mai sind sie nämlich im Z7 in Pratteln anzutreffen.

Wo ist das Tages in der TagesWoche?

Vor zwei Wochen habe ich auf Twitter meinen Unmut gegenüber der TagesWoche-Webseite kundgetan. Den Bookmark habe ich nun entfernt, sagte ich entrüstet und wurde bald darauf vom TaWo-Twitterer aufgefordert, etwas zu elaborieren.

@ Erzähl uns mehr, was du vermisst. Gerne auch an david.bauer@
@tageswoche
TagesWoche

 

Hier also mein knapper Bericht aus dem Blickwinkel eines normalen Medienkonsumenten mit Affinität für digitale Medien.
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In Basel kommen die Piraten gut an

Die Nationalratswahlen sind über die Bühne und damit die erste Teilnahme der Piraten an einer nationalen Wahl. Vom Erfolg der deutschen Piratenpartei, welche bei aktuellen Umfragen landesweit um die 10% figuriert, konnten wir in der Schweiz nicht profitieren. Über alle Kantone gerechnet erreichten wir 0.5%. Das ist nicht schlecht, aber auch nicht gut. Zumindest in ZH und BE habe ich eigentlich damit gerechnet, dass die Piraten über 1% der Stimmen holen kann. Offensichtlich muss man in der Schweiz zuerst Arbeit abliefern, bevor man das Vertrauen der Wähler erhält. Gut so! Ich bezweifle, dass wir die nötige Strukturen haben, um einen optimal National(pi)rat zu unterstützen. Grösste Mühe bekunden wir damit ja bereits im Winterthurer Gemeinderat, wo Marc Wäckerlin laut seinen Aussagen sich ziemlich alleine durchkämpfen muss. Präsident Denis Simonet hat die Richtung bereits vorgegeben, wir müssen nun versuchen, in kommunale und kantonale Parlamente zu gelangen und an unserer Positionen arbeiten.

In Basel haben wir dazu eine gute Ausgangslage, denn wir erreichten bei den Piraten den höchsten Prozentwert: 1.92%. Ein sensationeller Erfolg im direkten Vergleich, wir erhielten mehr Stimmen als alle junge Listen und beendeten den Wahlsonntag nur knapp hinter der “neuen politischen Kraft” BDP. Nun schauen natürlich alle Piraten auf die Sektion beider Basel, denn im Herbst 2012 finden die Grossratswahlen statt. Dort müssten wir in mindestens einem Wahlbezirk 4% erreichen, um einen Sitz zu erhalten. Das ist eine ganze Menge, aber nicht utopisch. Ich spekuliere auch damit, dass auf kantonaler Ebene die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger einer neuen Partei eher eine Chance geben möchten, als bei den ungemein wichtigeren eidgenössischen Wahlen.

Ich kandidierte für die Piraten auf Listenplatz 2 (und 5)  und erhielt 2147 Stimmen. Dafür möchte ich an dieser Stelle herzlich Bedanken, das Vertrauen in die Piraten und mich hat mich sehr gefreut. Natürlich erhalten wir dadurch ein deutliches Signal: “Macht weiter, Eure Anliegen sollen gehört werden!” Damit muss ich mir nun also überlegen, wie es mit meiner politischen Aktivität weitergeht. Vor 2 Jahren bin ich quasi über Nacht Parteimitglied geworden und hatte seit der Gründung viele interessante Gespräche mit politischen Aktiven. Die Piratenthemen sind mir enorm wichtig und mir stellen sich sehr oft die Nackenhaare auf, wenn ich wieder Nachrichten über die neusten Patentkriege, Wikileaks oder Urteile gegen Urheberrechtsverletzungen lese. Aber natürlich habe ich auch andere Anliegen, welche von der Piratenpartei im Moment nicht vertreten werden. So stehe ich also vor der Frage: Kann ich dazu beitragen, dass sich die Piraten in meinem Sinne entwickelt oder gibt es einen anderen Weg, meine politischen Sorgen zu bündeln. Ich habe mich hier noch überhaupt nicht entschieden, werde mich aber in den nächsten ein, zwei Monaten wohl oder übel endgültige Gedanken darüber machen müssen. Schliesslich beginnt die Planung der Grossratskandidatur bereits jetzt. Dazu kommt, dass ich mit meiner neuen Arbeitsstelle weniger Zeit als zuvor habe, mich in meiner Freizeit zu engagieren. Das ist nichts schlechtes, mein Jobwechsel hatte unter anderem zum Ziel, eine erfüllende und herausfordernde Arbeit aufzunehmen.

Als kleinen Auszug zu meinen Überlegungen: Ich sympathisiere zum Beispiel sehr mit der Occupy-Bewegung und finde es wie Markus Hegi sehr schade, dass die Piraten nicht auf den Zug aufgesprungen sind. Das ist keine Schuldzuweisung, schliesslich hätte ich es auch selber initiieren können. Aber natürlich wird eine Menge Zeit ins Land vergehen, bevor die Piraten zu diesem Thema eine Position beschliessen konnten. Habe ich die Geduld, solange zu warten?

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Die Occupy-Bewegung und die wenig couragierte Zürcher Sektion

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Seit einigen Wochen hält die Occupy Wallstreet-Bewegung die Stadt New York in Atem und seit letzten Samstag hat sie sich auch weltweit in vielen Städten manifestiert. Weil sie bewusst keine Führungsgarde aufweist und sich parteiübergreifend versteht, können sich Menschen aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen mit ihr identifizieren. Als kleinsten gemeinsamen Nenner könnte man “Gegen die Gier” verstehen. Damit kann ich mich voll und ganz identifizieren. Schon seit einigen Jahre beschäftigen mich die Auswüchse der Finanzindustrie und oft bin ich fassungslos gegenüber der unbegrenzten Habgier meiner Spezies. Einzelne besser ausformulierte Positionen der Occupy-Bewegung sind dann auch klar auf der Piratenlinie: Die Verbandelung zwischen Wirtschaft und Politik und damit der Ruf nach mehr Transparenz.

Aus diesen Gründen habe ich es mir nicht nehmen lassen, am Samstag in Basel vor die BIZ zu gehen und mit meiner Präsenz meine Sympathie mit den Anliegen kundzutun.  Ich traf dabei auf verschiedenste Leute. Einerseits – logisch – politisch Aktive der antikapitalistischen Linken, dann aber auch Personen wie den deutschsprechenden H. aus dem nahen Frankreich. Seine letzte politische Aktivität war der Kampf gegen die neue deutsche Rechtschreibung und nun ist er hier dabei. Dann ein Bekannter, welcher ganz sicher nicht einer Partei oder Bewegung angehört und trotzdem kam, um seinem Unverständnis Ausdruck zu verleihen. So zog die Besetzung zwar nicht tausende aber immerhin hunderte an, quer durch alle Schichten.

Auch in Zürich war für Samstag ein Sit-In auf dem Paradeplatz angekündigt. Im Vergleich zu meiner eigenen Sympathie ist für mich die Reaktion der Zürcher Piraten darauf umso überraschender. Sie veröffentlichte im Vorfeld aus Angst der Vereinnahmung von linken Parteien eine Distanzierung auf ihrer Website. Offensichtlich wollte die JUSO nicht darauf verzichten, ihre Fahnen mitzubringen. Ich habe auch Mühe damit, aber halte die Reaktion der Piratenpartei Zürich für feige und unklug. Da sagt man lieber nichts dazu, anstatt eine Bewegung mit ähnlichen Positionen zu diskreditieren. Passend dazu findet sich dann auf Twitter eine Aussage eines Vorstandsmitglieds, welche zeigt, wie der Zürcher Vorstand wirklich tickt. So werden Demonstranten welche für ihre Überzeugung in der Kälte ausharren hämisch ausgelacht:

Ich finde die Kälte toll, Occupianer frieren und ich sitze zuhause in der Wärme.

Ist das also das wahre Gesicht der Piraten? Zwischen den vier warmen Wänden über Demonstranten herziehen, welche zähneklappernd nach Transparenz rufen? Ich bin enttäuscht.

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Orwell geht um, auch in der Schweiz!

Gestern war ich an einer von der Piratenpartei Zürich organisierten Podiumsdiskussion zum Thema Videoüberwachung mit Daniel Beckmann (Stadtpolizei Winterthur), Michael Gregr (Piratenpartei Zürich), Nino Leitner (Regisseur Dokumentarfilm „Every Step you Take“), Mauro Tuena (Grossrat in ZH, SVP), Daniel Vischer (Nationalrat, Grüne) und Sven Zimmerlin (Stadtpolizei Winterthur).
Der Anlass in der Kanzlei war bestens organisiert und bot mir einen kurzweiligen Abend. Zuerst kam ich in den Genuss des kritischen Films “Every Step you Take” welcher spezifisch die Verhältnisse in Grossbritannien beleuchtete. Danach startete Moderator Daniel Hitzig (SRF) die Diskussionsrunde. Schade war, dass die meisten Teilnehmer sich eigentlich einig waren. Die Auswüchse bei unseren nördlichen Inselnachbarn sind bei uns nicht erwünscht und auch nicht vorstellbar. So drehte sich die Diskussion etwas im Kreis und man bezog sich mal auf die Handvoll Kameras in Winterthur (im Bezug auf die Kamerainitiative der Piratenpartei), mal auf den grossen Graben zwischen der Meinung der Öffentlichkeit und der Bürgerrechts-sensibilisierten Politiker.

Am meisten beeindruckt hat die Podiumsteilnehmer das Verhältnis von Kameras zu Einwohnern in GB. Es bewegte sich 2004 bei einer Kamera pro 14 Einwohner. Dies wurde als völlig übertrieben angesehen. Schade war, dass Pirat Gregr in diesem Moment nicht die letzten Schätzungen zitiert hat. So berichtete beispielsweise der Beobachter kürzlich:

Die meisten Kameras sind jedoch privat installiert: Überwachungskameras von Hauseigentümern, die sich vor ungeliebten Gästen schützen wollen, und unzählige Webcams. Schätzungen zufolge gibt es in der Schweiz heute weit über eine halbe Million Kameras.

Man rechne selber nach: 7.8 Mio und 0.5 Mio Kameras, das macht etwa je eine Kamera für 15 Einwohner! Natürlich inkludiert die Schätzung auch private Webcams und Kameras in Gärten, aber trotzdem ist das ein krasses Verhältnis. Ich wünschte mir, dies wäre mehr im Bewusstsein der Politiker – und auch Piraten.

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Und wieder einmal ein Doodle ausfüllen

Ich habe ja schon im 2007 von Doodle berichtet, als diese praktische Form der Terminfindung gerade erst aufkam. Seither erhalte ich in erstaunlicher Häufigkeit Mails mit der Aufforderung ein Doodle auszufüllen. Gerade heute flatterte wieder ein derartiges Mail herein und ich öffnete also wie gewohnt nebeneinander meinen Google-Kalender und die Doodle-Umfrage. Hin- und her wechselnd machte ich mühselig meine Kreuzchen. Doch plötzlich wurde meine Tastatur in gleissendes Licht gehüllt, über meinem Kopf hat sich eine Glühbirne manifestiert. Idee! Es wäre doch ungemein praktisch, würde sich Doodle direkt mit meinem Google-Kalendar abgleichen und mir die Umfrage halbautomatisch ausfüllen.

Eine kurze Google-Suche führt mich direkt zu einem informativen Blog-Post. Moment mal, er ist von Doodle selbst? Die werden das doch nicht etwa schon anbieten? Doch tatsächlich, erstellt man einen Account bei Doodle (registrieren oder per Facebook- oder Google-Login), lässt sich ein Google-Kalender einbinden:

 

Und es funktioniert wunderbar, einfach bei einem Doodle auf die “Kalender-Ansicht” umschalten. Es funktioniert angeblich sogar mit Outlook, Exchange und Lotus Notes. Definitiv das Highlight des Tages, nimmt mir viel Arbeit ab.

 

 

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Die beliebte Wahlempfehlung und der Erfolg der Piratenpartei

Vor etwas mehr als zwei Jahren wurden die Schweizer Piraten gegründet und vor 10 Monaten die Sektion beider Basel. Im Frühling dieses Jahres haben wir für die Landratswahlen im Kanton Basel-Landschaft eine Wahlempfehlung vorbereitet. Wir sind der Meinung, dass unsere Anliegen in den üblichen Wahlhilfen wie SmartVote, Vimentis & co. zuwenig vertreten sind. Weil wir eine neue politische Kraft sind und bei vielen Politikerinnen und Politiker noch nicht bekannt, war die Rücklaufquote relativ gering. Trotzdem konnten wir eine gute Übersicht über piratenfreundliche Kandidierende bieten, von welchen auch zwei in den Landrat gewählt wurden.

Wir haben einige Arbeit in die Wahlempfehlung gesteckt, vor allem meine Vorstandskollegen Lukas Borter und Pat Mächler waren zentral für die erfolgreiche Durchführung verantwortlich. Darum freut es mich besonders, dass nun tatsächlich das Undenkbare eingetreten ist. Im Hinblick auf die Nationalratswahlen 2011 hat sich ein junger Kandidat einer anderen Partei bei uns gemeldet und nachgefragt, ob wir im Kanton Basel-Landschaft wieder unsere “traditionelle” Wahlempfehlung anbieten. Genial! Lukas klärt nun ab, ob dies in nützlicher Frist umsetzbar ist.

Schön, dass nach nur zwei Jahren die Piratenpartei vermehrt  aktiv angefragt wird. Das zeigt sich auch auf nationaler Ebene, wo regelmässig Anfragen der Medien eintreffen. Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, die erste Etappe des Projekts Piratenpartei Schweiz ist vollendet und wir haben gewisse Teilziele erreicht:

  • Aktives Einbringen der Anliegen in der Schweizer Politik, u.a. durch Zusammenarbeit mit etablierten Parteien
  • Medien/Politiker kommen aktiv auf uns zu
  • Das Tagesgeschäft steckt zwar immernoch in den Kinderschuhen, natürlich auch mangels Geld, vieles funktioniert aber dennoch erstaunlich gut

Nun kommt die zweite Etappe:

  • Kommunale, kantonale und nationale Räte entern
  • Politisches Knowhow gewinnen
  • Kontinuierlich versuchen, Themen zu setzen

Ich dachte eigentlich die erste Etappe dauert mindestens fünf Jahre. Wenn wir also nach zwei Jahren schon da sind wo wir sind, rechne ich mal mit sehr optimistischen drei Jahren für die zweite Etappe.

Denis Simonet, Präsident Piratenpartei Schweiz

Denis Simonet, Präsident Piratenpartei Schweiz

Wenn wir schon bei Prognosen sind. Ich halte das Interview, welches die Netzwoche mit Denis Simonet geführt hat als seine Etablierung in der Schweizer Politik. Seine exzellente Ausführungen, gute Argumentation und sein durchaus forscher Stil machen Freude. Mit dem Satz Nur Nudisten haben nichts zu verbergen hat er sich potentiell in den Schweizer Polit-Olymp katapultiert.

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Ultrawired Generation

Gestern war ein Paket in meinem Briefkasten: die langersehnte CD von Dopestars, Inc.  Im Gegensatz zu herkömmlichen CD-Lieferungen ist diese aber etwas ganz besonderes.  Die Industrial-Band aus Italien bietet ihre Musik auf ihrer Webseite  zum freien Download an. Natürlich in allen erdenklichen Formaten, also MP3 sowie aber auch verlustfreie als FLAC. Im Gespräch mit der NZZ begründet der Sänger Victor Love diesen Schritt: «Jeder Branchenvertreter, der hofft, dass die Jugendlichen eines Tages wieder das Gros ihrer Musik kaufen werden, schätzt die Lage völlig falsch ein»

Das besondere daran: Die CD ist ein einfacher CD-Rohling! Ich erhielt also eine leere CD. Das fertige Album kann ich mir nun selber basteln, indem ich das sogenannte “Premaster”-File von der Webseite herunterlade. Darum heisst meine gewählte Preiskategorie auch “DIY”, also Do It Yourself. Natürlich hätte ich dazu einen normalen Rohling verwenden können, ich wollte die Band aber bei ihrem Vorhaben finanziell unterstützen. Genau in dieser freie Wahl sehe ich die Zukunft. Kultur und Wissen ist frei – Geld fliesst nach persönlichem Vermögen und nach Gefallen. Dann gewinnt Geld auch wieder an emotionalen Wert und verliert ein Stück vom ungeheuerlichen Aroma des Machtinstruments.

Ausserdem gefällt mir die Musik:

Übrigens spricht Victor Love am 27. August an der GV der Piratenpartei Schweiz in Uettlingen BE. Gäste sind willkommen!

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Rezept klingt gut – der Name weniger

Das neue Projekt “Tageswoche” wurde enthüllt. Als Online-Zeitung mit wöchentlicher Printausgabe angedacht könnte das neue Gefäss durchaus überzeugen. Natürlich ist die grosse Frage der Qualität und des Stils noch völlig offen. Ich bin mir aber tatsächlich am überlegen, die Katze im Sack zu kaufen –  also ein Abo vorzubestellen. Tagesaktuelle News konsumiere ich so oder so ausschliesslich im Netz und für das Wochenende eine Printausgabe zu erhalten passt wunderbar zu meinem Lebensrhythmus und meinen Lesegewohnheiten. Das einzige was jetzt noch fehlt ist ein geschickter Name – Tageswoche ist so schlecht, dass ich für den Artikel sogar noch einmal recherchieren musste, wie die neue Zeitung nun wieder heisst.

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Auch auf Vimentis verzeichnet

Mein Profil bei der neutralen politischen Informationsplattform Vimentis habe ich nun auch erstellt. Nach der Beantwortung der Fragen sind dabei auch zwei fancy Grafiken aufgetaucht, ein Spider und eine Karte. Die möchte ich natürlich nicht vorenthalten:

Der Spider ähnelt demjenigen von SmartVote, was ich als Zeichen dafür werte, dass die Fragebögen gut aufgebaut sind und ich auch konsistent geantwortet habe. Der Nutzen dieser Grafiken ist natürlich fragwürdig, sie geben aber den Wählern eine Möglichkeit in die Hand, die oftmals unbekannten Kandidatinnen und Kandidaten schnell einschätzen zu können.

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Dann müssen sie doch sagen, wie sie dieses Land haben wollen, verdammt nochmal

Ich wurde per Twitter aufmerksam auf einen grossartigen Vortrag von Gunter Dueck, CTO bei IBM Deutschland. Er hielt ihn im Rahmen der re:publica 2011, einer Konferenz in Berlin rund um Blogs, soziale Medien und die digitale Gesellschaft. Den meiner Meinung nach wichtigsten Punkt daraus habe ich nachfolgend zitiert, es lohnt sich aber in jedem Fall, den 50minütigen Talk anzuschauen. Der Mathematiker und Philosoph Dueck wirkt auf den ersten Moment etwas verträumt, bringt aber die Grundproblematik der Gesellschaft 2.0 knallhart auf den Punkt.

“Zur Politik habe ich auch eine Meinung, im Endeffekt möchte ich, dass Sie sich einmal damit befassen — also nicht nur rumjammern. Schauen Sie, sowas wie die CDU, das ist die Christlichdemokratische Union, das ist die Partei derjenigen welche ein normales Haus haben. Ein Bauernhof, die Beamten und so weiter. Das sind diejenigen, welche sagen, ich habe irgendwie etwas erreicht im Leben, die sagen “Ich bin Wer”. Und die anderen fühlen sich tendenziell benachteiligt und sagen wir sind Arbeiter. Die SPD und die CDU standen in meiner Jugend dann ganz hart gegenüber als Vertreter der beiden Gruppen. Nun gibt es aber nicht mehr 50% Landwirte, sondern nur 1.7%. Die gibt es gar nicht mehr. Es gibt keine Bergbauarbeiter mehr, ist alles weg. Die Beamten werden demnächst auch weg sein. Die Christen – ich lass es mal. Arbeiter gibt es auch nicht mehr so richtig, verstehen Sie. Und was wir jetzt merken ist, dass wir eine Spaltung haben zwischen Professionals und Professionals. Leute, die richtig gut ausgebildet sind im Sinne der Nicht-IQ-Intelligenzen und den anderen, welche das nicht richtig hinkriegen und immer noch angeleitet werden müssen. Und dafür gibt es gar keine Politik. Wir wissen ja gar nicht, wen wir wählen sollen. Dann sagen sie grün ist noch so das was irgendwie es trifft, aber nicht richtig. Und dann wählen sie vor lauter Verlegenheit grün. Dann hat man ein Hoch der Grünen, aber das ist nicht der Punkt! Wir haben eine Verlegenheit, irgendwen zu wählen, weil die Klasse dieser Professionals nicht _da_ ist. Die hat sich noch gar nicht gebildet.  Als ich klein war, haben 7% Abitur gemacht. Jetzt in Berlin sind es 40%. Das ist doch eine andere Generation, und die werden jetzt alle langsam gross und bilden plötzlich die Schicht, welche vorher durch die Bauern gebildet wurde. Und dann müssen sie doch irgendwie sagen, wie sie dieses Land haben wollen, verdammt nochmal.”

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Politik in der Bananenrepublik

30 Wochen vor den Nationalratswahlen lancieren einige politisch interessierte Netzbewohner den Podcast Banana Politics. Im sehr informell gehaltenen Podcast wird fleissig über den Politikbetrieb im Netz diskutiert. Die ersten drei Ausgaben haben mir ganz gut gefallen. Zur zweiten habe ich allerdings eine Bemerkung. Es wird reklamiert, dass anscheinend einige Politiker ihre Social-Network-Konten nicht selbst verwalten, sondern dies durch ihr Team machen lassen. Diese hätten das Konzept schlicht nicht verstanden, wird moniert. Ich halte dem aber entgegen, dass das Führen von mehreren Accounts eine ganze Menge Zeit und Aufwand bedeutet. Ich merke es bei mir, ich arbeite nur zögerlich und in kleinen Schritten an meinem Online-Auftritt, es ist schlicht zu aufwändig.

Man konsumiert ja schon E-Mail-Newsletter, Online-Zeitungen, RSS-Feeds, Twitter-Timelines, SMS-Nachrichten, Whatsapp-Nachrichten, Zeitungen in Papierform, Magazine in Papierform, Flyer, Briefe. Und zusätzlich sollte man noch selbst Inhalte produzieren auf den verschiedensten Plattformen und sie über alle möglichen Kanäle verbreiten. Wie soll das alles gemanagt werden von einer Person? Ich bewundere diejenigen, welche dies fertig bringen und frage mich zugleich, ist das ihr einziges Hobby?

Darf man von einem Politiker wirklich erwarten, dies hinzukriegen? Neben Beruf, politischer Arbeit und – man staune – Leben?

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Zwei von Piraten empfohlene Kandidaten in den Landrat gewählt

Als Alternative zu einer Teilnahme hat die kürzlich gegründete Sektion Piratenpartei beider Basel anlässlich der Landratswahlen lediglich eine Wahl-Empfehlung abgegeben. Die existierende Plattform “SmartVote” wird zwar von uns sehr geschätzt, Fragen zu unseren Kernthemen sind da aber leider noch nicht genug vertreten.

Zu diesem Zweck haben wir eine Umfrage an die Wahlkampfleiter der Parteien verschickt, welche von einem Teil der Kandidierenden ausgefüllt wurde. Ausgewertet haben wir die Übereinstimmung ihrer Positionen mit den Piratenpositionen. Dabei erhielten wir Prozentwerte von 0 bis 100. Eine konkrete Schwelle gaben wir nicht an, das sollte jeder selbst abschätzen können. Genauso hat hoffentlich auch die Parteizugehörigkeit bei den meisten Wählern einen Einfluss auf ihr Wahlverhalten, trotz “Empfehlung”.

Trotzdem kann man bei einem Wert über 80% davon ausgehen, dass die Kandidierenden hier unsere Kernanliegen gut vertreten. Nach der gestrigen Wahl ist nun erkennbar, dass 2 von 14 Kandidierenden, welche in unserer Auswertung auf mehr als 80% gekommen sind, in den Landrat einziehen. Es sind dies:

  • Wahlkreis Oberwil, Oskar Kämpfer-Niederhäuser, 1953, Therwil, SVP (bisher)
  • Wahlkreis Muttenz: Jürg Wiedemann, 1960, Birsfelden, Grüne (bisher)

Ich freue mich, dass damit zwei erfahrene Politiker unsere Anliegen im Landrat vertreten.

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Die Sektion beider Basel

Am 6. November 2010 wurde die “Piratenpartei beider Basel” formell gegründet. Im Unternehmen Mitte wohnten sieben Piraten und zwei Gäste der Gründung bei. An dieser Gründungsversammlung wählte man mich auch zum Präsidenten, was mich freut und gleichzeitig auch herausfordert. Mit meinen möglichen Ressourcen mache ich mich nun mit meinen Parteikollegen auf, politisch erste Schritte zu unternehmen.

Obwohl wir noch wenig politische Aktivität leisteten, besteht ein reges Interesse an unserer Bewegung. Über die Gründung berichteten regionalen Medien, namentlich 20 Minuten, Blick am Abend, Volksstimme, Badische Zeitung, Oberbadische Zeitung, Basellandschaftliche Zeitung, Basler Zeitung und Neue Zürcher Zeitung. Wir müssen darauf achten, dass wir die wohlwollende Grundhaltung nicht verspielen.

Neben dem Aufbau der grundlegenden Vereinsstrukturen und die Organisation von Stammtisch, Versammlung und Vorstandskonferenzen hat die inhaltliche Arbeit leider noch wenig Platz. Seit der Gründung fanden fünf Stammtische statt, an welchem interessierte und enthusiastische Piraten anzutreffen waren. Ich freue mich, mit ihnen zusammen die politische Arbeit in Angriff zu nehmen, damit wir auch in Basel unsere Ideale vertreten können.

Für die im März stattfindenden Landratswahlen 2011 hat es aus Kapazitätsgründen nicht mehr gereicht, eigene Listen aufzustellen. Stattdessen werden wir aber eine durch Online-Umfrage zusammengestellte Wahlempfehlung abgeben.

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